Verfasst von: larimar0809 | Juli 20, 2010

VUELTA

Ich bin wieder hier. Zurueck im Land des Mangú, der Motoconchos und des Merengues. Zurueck in meiner zweiten Heimat!

Im vergangenen Jahr fiel es mir oft schwer, mich auf mein Leben in Deutschland zu konzentrieren. Die Dominikanische Republik und ihre Bewohner spukten mir unaufhoerlich im Kopf herum, so dass ich beschloss, im Sommer nach Santo Domingo zu fliegen. Zum einen natuerlich, um meine Freunde und Familie wiederzusehen, aber auf der anderen Seite auch, um besser mit dem Kapitel “Austauschjahr” abschliessen zu koennen. Zu sehen, wie es ist, zurueck auf die karibische Insel zu kommen, was sich veraendert hat und was geblieben ist.

Es war ein komisches Gefuehl, zu nachtschlafender Zeit, meine Gastgeschwister wieder in die Arme zu schliessen, in der Guagua zu sitzen und ihren schnellen, immer abkuerzenden, spanischen Saetzen zu lauschen. Erstaunlicherweise kam ich jedoch ohne grosse Schwierigkeiten wieder in den Rythmus der Sprache hinein.

Die ersten Tage vergingen wie in einem Rausch. Ich traf einige meiner Freunde, fuhr sogar zum Strand. Irgendwie war alles wie immer, doch auch etwas voellig Anders. Meine Gastfamilie ist wirklich nett, wir verstehen uns ein wenig besser als verganges Jahr. Vermutlich liegt das daran, dass noch nicht so viel Zeit hatten, uns gegenseitig auf die Nerven zu gehen und sie wissen, wie es ist wenn ich ploetzlich nicht mehr da bin und dass ich bald erneut gehen werde.

Meine Freunde wiederzusehen war einfach wundervoll! Ich habe sie wirklich vermisst, das Durcheinander, die Lautstaerke ihrer Konversationen, ihre liebevolle Art. Cariñoso, wuerde man hier sagen. Y un poco loco. ;)

Ich bin jetzt beinahe drei Wochen hier und die Zeit vergeht wie im Fluge. Ich will noch so viele Dinge machen, erleben, ausporbieren, wiedersehen und kennenlernen, dass ich keine Ahnung habe wie ich das in den zwei Wochen die mir bleiben unterbringen soll. Doch die Dominikaner sehen das alles gelassen, sie lassen sich alle Zeit der Welt. Deshalb bin ich ein jeden Tag, den ich zuhause verbringen ungeduldig. Doch das mit dem Ausgehen (und wenn nur zum Supermarkt) gestaltet sich hier um einiges komplizierter als in Deutschland. Auch wenn das etwas unverstaendlich klingen mag.

Fuer die naechsten Tage ist einiges geplant, doch ob dies auch stattfinden wird, steht in den Sternen. Ich hoffe sehr, dass ich wenigstens die Freunde, die ich bisher noch nicht getroffen habe, wiedersehen werde und vielleicht noch das ein oder andere von den Dingen tun kann, auf die ich mich so gefreut habe. Domino spielen zum Beispiel. :)

Wenn ich jedoch eines gelernt habe in meinem Austauschjahr, dann ist es, die Dinge so hinzunehmen, wie sie sind. Versuchen das Beste daraus zu machen, nicht aufzugeben, aber sich mit der Situation zufrieden zu geben, mit der es endet.

Jetzt heisst es also erst einmal das dominikansiche Leben zu geniessen. Ich wuensche euch allen noch schoene Ferien. Nos vemos, ¡hasta pronto! :)


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